Maße von Büro-Arbeitstischen
Vor
kurzem wurde die seit Langem angekündigte Neufassung der "DIN
EN 527-1 - Büromöbel - Büro-Arbeitstische- Teil 1: Maße" veröffentlicht.
Die Überarbeitung war notwendig, weil sich die ergonomischen Anforderungen an Büro-Arbeitstische in den vergangenen zehn Jahren deutlich verändert haben.
Dies gilt vor allem für die Spannbreite der zu berücksichtigenden Körpermaße.
Änderungsbedarf
ergab sich aber auch, weil Arbeits-mediziner seit langem
vor mangelnder Bewegung und den dadurch bedingten Folgen warnen. Auch
darauf haben Arbeitstische einen wesentlichen Einfluss.
Größerer Geltungsbereich:
Die bisherige DIN EN 527-1 aus dem Jahr 2000 bezog sich ausschließlich auf Arbeitstische für sitzende Tätigkeiten. Maße für Arbeiten im Stehen und Sitz-Steh-Arbeitstische waren auf nationaler Ebene in der DIN 16550-1 geregelt. Jetzt sind beide Anforderungen in der neuen DIN EN 527-1 zusammengefasst. Der Wechsel der Arbeitshaltungen erfährt damit auch in der Normung eine stärkere Gewichtung.
DIN EN 527-1:2011 - Was ändert sich bei Büro-Arbeitstischen?
Unterteilung in Tisch-Typen:
Weitgehend unabhängig von der Frage, für welchen Einsatzbereich (Sitzen und/oder Stehen) die Tische geeignet sein sollen, unterscheidet die Norm künftig zwischen verschiedenen Tischtypen:
Typ A: Höhenverstellbare Tische mit großem Verstellbereich
(höhenverstellbar = Tischhöhe ist während der Nutzung veränderbar)
Typ B: Höheneinstellbare Tische mit großem Verstellbereich
(höheneinstellbar = Tischhöhe kann bei der Aufstellung des Tische an die Körpergröße des Nutzers angepasst werden)
Typ C: Tische mit starrer Höhe
Typ D: Höhenverstellbare und höheneinstellbare Tische mit eingeschränktem Ver- bzw. Einstellbereich
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Zugegeben, die Typisierung wirkt zunächst einmal verwirrend und man hätte sich vielleicht eine andere Bezeichnung der einzelnen Gruppen gewünscht. Inhaltlich macht die Strukturierung aber Sinn.
Die Typen A und B stellen den Idealfall dar, weil mit ihnen jede Person mit einer Körpergröße zwischen 1,493 und 1,913 Metern (5. und 95. Perzentil) ideale Arbeitsbedingungen vorfindet bzw. diese ver- oder einstellen kann.
Typ C markiert mit Vorgaben für starre Tischhöhen das andere Extrem der Büroarbeitstische. Sie sollten nur für kurzzeitige Nutzungsintervalle - z.B. an "Chefarbeitsplätzen" - eingesetzt werden.
Zwischen diesen beiden Extremen liegen die Tische des
Typs D. Auch diese sind höhenver- oder zumindest höheneinstellbar. Tische dieses Typs stellen eine "Zwischenlösung" dar, weil sowohl an die Verstellbereiche als auch an die Beinfreiheit geringere Anforderungen gestellt werden als bei den Typen A und B. Trotz der damit verbundenen Einschränkungen bieten Tische des Typs D fast immer eine deutlich bessere ergonomische Qualität als die Tische des Typs C.
2011 / aus: www.Buero-Forum.de